Gartentipp zur Vorbeugung
Ratten im Garten? Ungebetene Gäste müssen draußen bleiben
Wie wir unsere Kleingärten gemeinsam für Ratten möglichst unattraktiv machen
Ein Rascheln hinter dem Kompost, etwas huscht unter der Laube entlang – und plötzlich steht die Frage im Raum: War das gerade eine Ratte?
Tiere gehören selbstverständlich zum Garten dazu. Vögel, Igel, Insekten und manchmal auch die eine oder andere Maus sind ganz normale Besucher. Bei Ratten sieht die Sache allerdings etwas anders aus.
Ich hab ja nix gegen Besuch. Aber wer unangemeldet kommt, den Kompost plündert und anschließend noch seine ganze Verwandtschaft mitbringt, kriegt keinen Schlüssel zur Laube.
Ratten sind ausgesprochen anpassungsfähig. Wo sie Nahrung, Wasser und einen geschützten Unterschlupf finden, können sie sich dauerhaft ansiedeln. Deshalb ist es viel einfacher, ihnen den Garten von Anfang an ungemütlich zu machen, als später Familie Ratzfatz wieder zum Auszug zu bewegen.
Warum kommen Ratten überhaupt in den Garten?
Ratten interessieren sich eher wenig für unsere Rosen und vermutlich noch weniger für den Zustand des Rasens. Entscheidend sind drei Dinge: Futter, Wasser und ein sicherer Unterschlupf. Und davon kann ein Kleingarten ungewollt einiges bieten.
Fallobst unter dem Apfelbaum, Essensreste, offene Müllsäcke oder ungeeignete Küchenabfälle auf dem Kompost können zu einer willkommenen Nahrungsquelle werden. Auch Vogelfutter spielt eine Rolle: Was Meise und Spatz oben aus dem Futterhaus werfen, landet unten auf dem Boden – und dort wartet möglicherweise schon ein ganz anderer Gast.
Vogelfutter soll schließlich ins Rotkehlchen und nicht in die Ratte.
Lebensmittel und Fallobst nicht liegen lassen
Heruntergefallenes Obst sollte regelmäßig aufgesammelt werden. Gerade während der Erntezeit fällt schnell einmal ein Apfel hier und eine Pflaume dort herunter. Bleiben größere Mengen jedoch längere Zeit liegen, entsteht daraus eine leicht erreichbare Nahrungsquelle.
Auch nach einem gemütlichen Grillabend gilt: Lebensmittelreste wegräumen und Müll ordentlich verschließen. Wenn nachts kein Buffet eröffnet wird, fehlt schon einmal ein wichtiger Grund für den Besuch.
Vogelfutter mit Bedacht anbieten
Vögel zu füttern und im Garten zu beobachten, gehört für viele Gartenfreunde einfach dazu. Problematisch wird es, wenn große Mengen Futter auf dem Boden landen und dort dauerhaft liegen bleiben.
Deshalb lieber kontrolliert füttern und heruntergefallenes Futter regelmäßig beseitigen. Denn eine Ratte unterscheidet nicht zwischen „für die Vögel“ und „für mich“. Sie sieht Sonnenblumenkerne und denkt vermutlich nur: „Jo. Frühstück.“
Kompost und Müll: Deckel zu – Ratte traurig
Müll gehört in geschlossene Behälter
Offene Müllsäcke sind eine ausgesprochen schlechte Idee. Müll sollte grundsätzlich in dafür vorgesehenen, möglichst geschlossenen Behältern aufbewahrt werden. Das ist nicht nur ordentlicher, sondern erschwert auch den Zugang zu möglichen Nahrungsquellen.
Günnis Kurzfassung: Deckel zu – Ratte traurig. Manchmal können Gartenregeln erstaunlich einfach sein.
Beim Kompost genau hinschauen
Ein Komposthaufen ist etwas Wunderbares. Aus Gartenabfällen entsteht wertvoller Humus, der später wieder den Pflanzen zugutekommt. Aber nicht alles, was in der Küche übrig bleibt, gehört automatisch auf den offenen Kompost.
Vor allem Lebensmittelreste können unerwünschte Besucher anlocken. Deshalb sollte man darauf achten, was dort landet, und den Kompost regelmäßig kontrollieren. Wenn es darin verdächtig raschelt, obwohl weder Günni noch der Igel Dienst haben, lohnt sich ein genauerer Blick. Eine WG mit Familie Ratzfatz war schließlich nicht Teil der Gartenplanung.
Verstecke vermeiden und Wasserstellen im Blick behalten
Gerümpelecken regelmäßig kontrollieren
Unter alten Brettern, Materialstapeln, dichtem Gerümpel oder in schwer zugänglichen Bereichen können geschützte Rückzugsorte entstehen. Natürlich muss ein Garten nicht aussehen wie ein frisch gewischtes Wohnzimmer. Ein bisschen Wildnis gehört dazu und ist für viele andere Gartenbewohner sogar ausgesprochen wertvoll.
Trotzdem lohnt es sich, Material ordentlich zu lagern und die Bereiche rund um Laube, Schuppen und Kompost gelegentlich zu kontrollieren. Der Unterschied liegt zwischen einer naturnahen Gartenecke und einem jahrelang unberührten Haufen, bei dem niemand mehr so genau weiß, was ganz unten liegt.
Auch Wasser kann interessant sein
Nicht nur Nahrung macht einen Garten attraktiv. Auch leicht zugängliche Wasserquellen können eine Rolle spielen. Offene Behälter mit stehendem Wasser sollten deshalb im Blick behalten werden.
Das bedeutet natürlich nicht, dass nun jeder Gartenteich trockengelegt oder jede Vogeltränke abgeschafft werden soll. Es geht vielmehr darum, unnötige und dauerhaft unbeachtete Wasserstellen zu vermeiden und den eigenen Garten regelmäßig aufmerksam anzuschauen.
Kann man bestimmt noch mal gebrauchen – ein Satz, mit dem schon erstaunlich viele Bretter ein sehr langes Leben geführt haben.
Woran könnte man Ratten erkennen?
Nicht immer sieht man eine Ratte direkt. Häufig fallen zunächst andere Dinge auf: Laufwege, Nagespuren, Löcher oder ungewöhnliche Aktivitäten rund um Kompost, Schuppen oder Laube.
Ein einzelnes Rascheln am Abend ist allerdings noch kein Grund, Günni mit Taschenlampe und Fernglas auf Nachtwache zu schicken. Wer wiederholt verdächtige Spuren bemerkt oder tatsächlich Ratten beobachtet, sollte die Situation ernst nehmen und entsprechend weitergeben.
Keine Experimente auf eigene Faust
Bitte keine privaten Feldzüge mit Rattengift oder selbst erdachten Bekämpfungsmethoden starten. Wenn sich tatsächlich Ratten angesiedelt haben oder ein konkreter Befall vermutet wird, sollte der Vereinsvorstand beziehungsweise die zuständige Stelle informiert werden. Dann kann geklärt werden, welche weiteren Maßnahmen sinnvoll und erforderlich sind.
Unüberlegte Aktionen können andere Tiere gefährden und das eigentliche Problem möglicherweise gar nicht lösen. Oder, um es mit Günni zu sagen: „Nicht alles, was im Internet nach einem schlauen Trick aussieht, ist hinterher auch einer.“
Gemeinsam halten wir die Anlagen unattraktiv für Ratten
Ratten suchen sich ihren Lebensraum nicht aus, weil ihnen unsere Gartenordnung besonders gut gefällt. Sie bleiben dort, wo sie geeignete Bedingungen finden. Genau deshalb können wir gemeinsam viel tun.
Wer Lebensmittelreste beseitigt, Fallobst aufsammelt, Vogelfutter vernünftig anbietet, Müll geschlossen hält, den Kompost im Blick behält und unnötige Verstecke vermeidet, macht seinen Garten für Ratten deutlich weniger interessant.
Dabei geht es nicht um sterile Gärten. Ganz im Gegenteil: Unsere Kleingärten sollen voller Leben sein.
Bienen dürfen summen.
Igel dürfen schnaufen.
Amseln dürfen morgens viel zu früh anfangen zu singen.
Und über den Gartenzaun darf selbstverständlich weiterhin gepflegter Klatsch ausgetauscht werden.
Nur auf Ratten mit Mietvertrag können wir gut verzichten.
Erst kieken. Dann Bescheid sagen. Und bloß keinen Blödsinn machen.
So bleibt der Garten das, was er sein soll: ein schöner Ort für Menschen, Pflanzen und all die tierischen Gartenbewohner, die sich anständig benehmen.